Dienstag, 13. November 2012

PHILIPPINES


Manila, erster Eindruck

Die Temperaturen in Seoul fielen immer weiter, entsprechend musste schnell ein wärmeres Land her. Von Seoul aus flogen wir am sechsten November nach Manila. Beim Einchecken wurden wir erstmal darauf hingewiesen, dass wir ohne Rück- oder Weiterflug nicht mitgenommen werden. DEFINITIV. So sind die Regeln. Also haben wir „mal eben schnell“ einen Flug irgendwann nach irgendwo gebucht. Kurz vor knapp konnten wir dann einchecken. Direkt zum Gate und da erstmal gewartet. Eine knappe halbe Stunde nach Abflugzeitpunkt (21:10), das Flugzeug stand bereits am Gate, wurde eine Verspätung von ca 5 Stunden angesagt. So kamen wir erst am Morgen an, erstmal ins Bett und dann gegen Nachmittag mal schauen wo wir da eigentlich gelandet sind – Manila: Ein Bruchteil der Grösse Seouls, aber ebenfalls beeindruckend! Der Verkehr scheint kein System zu kennen (ausser viel gehupe), der Taxifahrer wechselte auf dem Weg zu unserem Hotel gefühlt im Sekundentakt die Spur (um dann in der langsameren zu Enden ;). Fussgängerampeln gibt es. Manchmal. Aber eigentlich geht man über die Strasse wenn es eben gerade geht. Und im Zweifelsfall läuft man langsam immer weiter auf die Strasse raus, bis die Autos für einen anhalten müssen.

Im ersten Moment überfordert, flüchteten wir erstmal ins Hotel. Neunter Stock, tolle Aussicht und perfekt, um den Verkehr erstmal aus sicherer Entfernung zu beobachten.. Hat man sich allerdings erstmal an das ‚Gewusel‘ gewöhnt, ist die Stadt ziemlich cool. Immer wieder entdeckt man spanische Einflüsse. Wenn man Locals reden hört, versteht man ab und an ein englisches oder spanisches Wort. So mittenrein in ihrem TagalogRedefluss (Tagalog = Philipinisch). Sie sprechen also so eine Art Spengalog. Ziemlich faszinierend. Vor allem Wochentage und Zeitangaben. Alle sind aber auch enorm freundlich mit „Hello Sir, Ma’am“, „Thank youuu“ und Co.

Auf den Strassen sieht man ab und an (vor allem in der Nähe von Schulen) Jungs, die Hacky Sack spielen. Allerdings sind die ‚Spielgeräte‘ nicht diese mit Reis oder Plastikkörnern gefüllte HäckelSäckchen, sondern Kronkorken, die um einen Strohhalm geklemmt wurden. Der Strohhalm stabilisiert wohl den Flug. Es sieht zumindest so aus, als würde es recht gut funktionieren.


Couchsurfing. More fun in the Philippines! 

Auch Couchsurfing habe ich eine neue Funktion entdeckt: Wenn man keine Couch braucht, oder sich nicht aufdrängen will, oder oder oder – kann man auch einfach seine Reisepläne posten. Das sieht dann jeder der dort in der Umgebung wohnt. Ausserdem hab ich mich auch mal wieder bei den Aktivitäten rumgetrieben und durch Zufall ein Event am passenden Samstag entdeckt. Ein Ausflug nach Antipolo. Hatte ich noch nie gehört, ist ja aber eigentlich auch egal. Es hiess etwas von Markt und Mystical Cave und Trekking und Schwimmen gehen.. also alles ziemlich cool und wenn es schon von anderen geplant ist, heisst das ja prinzipiell mal weniger Aufwand für uns, weil sich schon jemand drum kümmert. Also haben wir uns letzten Endes al Teilnehmer 34 und 35 angemeldet, sind am Samstag um fünf Uhr Morgens aufgestanden, um um sechs am Treffpunkt sein zu können. Am Ende waren wir ca 25 Leute auf dem Trip, davon 6 Ausländer (mit uns), der Rest Locals. Alle unheimlich nett, offen, interessiert und spassig. Wir hatten einen super Tag mit super Leuten und vielen vielen Infos. Auf dem Markt haben sie uns erklärt, was wir probieren müssen, im Jeepney (öffentlicher MiniBus) packte jemand philippinische Kekse aus, hiess uns probieren und nannte uns den Namen (sorry, direkt wieder vergessen). Wir haben drei Seiten Infos über where-to-go und was man da machen oder sehen kann. Die Ecken, die wir an diesem Tag gesehen haben, hätten wir alleine nicht gefunden und es hätte ohne die Leute nicht im Ansatz so viel Spass gemacht. CS auf den Philippinen ist grossartig. Man kommt allgemein mit den Leuten hier schnell und einfach in Kontakt, aber der Ausflug über CS hat alle meine Erwartungen geschlagen. Und.. seither finde ich den Werbeslogan wirklich passend.. IT’S MORE FUN IN THE PHILIPPINES J


MINDORO

Am Montag haben wir uns aufgemacht das Land zu erkunden. Dani hat eine Freundin, die auf Mindoro derzeit in einem schweizerisch geführten Resort schafft. Ausserdem gibt es dort den besten Dive-Spot der Philippinen. So hat sich mal wieder unsere Planung von allein ergeben. Per Samstags-Tips, Lonely Planet und Internet haben wir am Sonntag noch eben herausgefunden welche Busgesellschaft bei unserem Ziel in Frage kommt. Dem Taxi Fahrer haben wir dann drei Mal den Namen gesagt. Jedes Mal wohlweislich anders ausgesprochen. So hat er es irgendwann dann auch verstanden und uns auf indirektestem Wege hingefahren. Man muss ihm das zu Gute halten, denn so sind wir an den Hauptverkehrswegen vorbeigefahren und standen nicht 50% der Fahrt im Stau (passiert hier relativ oft). Am Busbahnhof angekommen, konnten wir relativ unbehelligt am Schalter ein Ticket kaufen. Wobei unbehelligt nicht mit deutschen Verhältnissen messbar ist. Wenn man aus dem Taxi aussteigt, steht einem schon einer im Weg und will wissen, wo man hin will. Dieser führt einen dann auch zum Ticketoffice. Das ist allerdings leer, wohingegen das nebenan besetzt ist, .. Alles bisserl komisch, wenn man es nicht kennt. Aber am Ende stellt man fest, dass das normal ist und bei allen gemacht wird und das Ticket, dass er einem verkauft hat, vollkommen in Ordnung ist und es sogar mit System und Sitznummer läuft. Nach einiger Zeit kam der Bus mit der Nummer auf der Seite, die auch auf unseren Tickets stand. Es war eine gute Stunde vor Abfahrtszeit. Also haben wir unser Gepäck auf unsere Sitze gestellt und uns entschlossen draussen zu warten. Super Idee, bis der Bus plötzlich weg fuhr. …………………….. Irgendwer teilte uns mit, dass er nur kurz zum anderen Busbahnhof fährt, Leute einlädt und zurück kommt. Das hat uns irgendwie nicht beruhigt. Im Kopf haben wir mal eben durchgerechnet, was in den Rucksäcken alles drin ist, was wir alles sperren, nachmachen lassen oder sonstwie neu organisieren müssen. Es war so ziemlich alles. Pass, Kreditkarten, Versicherungszettel, … Eine Kreditkarte trugen wir „auf dem Mann“ und etwas Bargeld auch. Es würde also schon gehen, aber es wär garantiert NICHT LUSTIG! Der Local, der es uns gleich gemacht hatte, schaute auch sehr nervös.. Das hat uns irgendwie auch nicht sicherer gestimmt.

Nachdem wir eine gute halbe Stunde, angespannt die Strasse auf und ab geschaut hatten, kam unser Bus wieder. Der Gepäck-check ergab: ALLES noch DA! Freude gross, alles glatt, alles gut, auf geht’s.
Durch Stau aus der Stadt raus, über Landstrasse, mit weiteren Stops, alle länger als man bei uns geduldig ertragen würde. Irgendwann am Hafen, noch mehr warten. Alles rauf auf die Fähre. Zu Fuss. Inzwischen fühlten wir uns so sicher, dass wir nicht einmal mehr prüften, ob der Bus auch auf der Fähre ist. Im Kinosessel ein bisschen geschlafen, China-fertig-Suppe und Bier zwischendurch. Nach ein paar Stunden Ankunft auf der Insel Mindoro. Das ist die, die südlich der Hauptinsel liegt. Von dort aus nach nur kurzer Wartezeit an der Westküste in Richtung Süden. Dem Busbegleiter noch eben mitgeteilt in welchem Dorf wir aussteigen müssen.

Es war inzwischen längst dunkel und wir seit etwa sieben oder acht Stunden unterwegs. Gegen zwölf hielten wir mal wieder irgendwo länger. Der Busbegleiter war im Gespräch mit einigen Passagieren. Irgendwann holten sie uns dazu: Wir sollten doch lieber hier in ein Hotel gehen, denn dort wo wir hinwollen gäbe es keins und der Weg zu unserem Resort sei bei Nacht viel zu gefährlich! Es wurde uns also eines dieser Tricycles (ein Motorrad an das eine Art Beiwagen angeschweisst ist, ausserdem können noch mindestens zwei quer hinter dem Fahrer sitzen)organisiert, dass uns zu einem günstigen Hotel bringen sollte, dann ist der Bus abgedampft und wir wurden durch die Dunkelheit geschippert. Dani musste aus dem Beiwagen hinter den Fahrer sitzen, da er für philippinische Verhältnisse einfach zu gross ist und entsprechend zwischen Sitz und Dach mehr klemmte als sass. Der Fahrer klingelte dann jemanden im Hotel wach und wir konnten, inzwischen war es etwa ein Uhr Nachts, endlich duschen und schlafen.

Heute Morgen zeigte sich das Dorf dann mit einem wirklich freundlichen Gesicht. Cafe und Zigarette nahmen wir auf der Strasse vor der Tür. Uns wurden sofort zwei Stühle und später auch ein Tisch fürs Frühstück gebracht und so sassen wir dann ganz entspannt, mitten auf der Strasse und schauten dem Treiben zu. Zwei Thunfische fuhren in einem Tricycle an uns vorbei, hinterher kam eines mit riesigen Eisblöcken. Ein paar grüssten im Vorbei gehen, viele grinsten und einige schienen etwas verwirrt. Im Endeffekt wurden wir genauso viel bestaunt, wie wir bestaunten.

Am Mittag suchten wir uns einen dieser schönen Jeepneys, um zu unserem Ziel zu gelangen. Die letzten 700 Meter mussten wir laufen. Verschwitzt und unangemeldet kamen wir dann im Resort an. Normalerweise wird man vom Resort am Flughafen, oder auch im nächsten Ort abgeholt, entsprechend verwirrt wurden wir angeschaut, als wir da plötzlich als Backpacker an der Theke standen. Aber alles kein Problem. Es wurde auch gleich per Telefon abgeklärt, ob ich den Tauchschein machen könnte, der Dive Master war nämlich grad gar nicht da. Nach dem Bier kam dann die Nachricht, es ginge, aber ich müsse gleich anfangen. Hier das Buch, morgen geht’s in den Pool.

Und hier sind wir nun. In einer sehr schönen Anlage, an einem super Ort, mit tollen Leuten, an schönem Meer und hören gerade Geschichten von jenen, die heute an diesem TraumSpot waren und von Delphinen, Haien, Korallen und sogar einem Wal erzählen….

Ich hebe mein Bier auf alle daheim gebliebenen. Ich schicke Euch Bilder vom Paradies, sobald ich kann.  

Dienstag, 6. November 2012

Seoul, zweiter Teil


VORWÖRTCHEN
Zwölf Tage Seoul. Endlich sind wir wieder unterwegs. Und ich stelle mir die Frage, warum schreibe ich eigentlich diesen Blog. Sicherlich eine Frage, die sich viele „Blogger“ zwischendurch mal fragen. Auf der Suche nach Informationen über Seoul und SüdKorea im Ganzen oder Allgemeinen, bin ich über einige Blogs gestolpert, die cooler waren, mehr Infos, bessere Infos, spezifischere Infos und vor allem viel sortierter anbieten. Und ja – ich war neidisch. Irgendwie. Man strebt ja doch gerne nach dem Besseren. Entweder hätte man gerne, was der Nachbar hat; oder könnte gerne das, was der Kollege kann; oder wüsste gerne so viel wie der Andere da. Wer wird Millionär langweilig finden, weil man die Antworten alle kennt. Die geilen SkateboardStunts ohne Knochenbrüche von Anfang an hinbekommen. Einen MegaFernseher einfach im vorbei gehen kaufen, ohne sich Gedanken ums Geld machen zu müssen..

Jedenfalls habe ich mir das dann überlegt. Mit Konsequenzen und allem drum und dran. Damit mein Blog so wäre, wie einer der coolen, die ich mal angeschaut habe, müsste ich meinen Schreibstil ändern, müsste öfter und definierter schreiben, müsste mir ein bestimmtes Themengebiet raussuchen, ein Zielpublikum.
Und genau da kommt der springende Punkt! Ich HABE ein ganz spezifisches Zielpublikum. Nämlich Euch daheim und vielleicht noch all die, die durch Zufall drüber stolpern. Und mein Blog war nie als Informationsquelle gedacht. Also nicht als reine Infoquelle. Der Gedanke, dass Ihr bei mir noch so ein bisschen was lernt ist schon schön. Aber mein primäres Ziel ist das nicht. Im Prinzip geht es mir doch darum, dass jene die wollen ein bisschen nachlesen können wo ich mich gerade rumtreibe und was mir dabei so über den Weg läuft. Und nachdem ich das durchdachte hatte, fand ich meinen Blog plötzlich cooler als die anderen. So!

Warum ich Euch das jetzt so ausführlich erzählt habe? Na, weil es etwas ist, dass mir beim Rumtreiben so über den (Gedanken-)Weg gelaufen ist. Und vielleicht habt Ihr ja noch Ideen oder Senf, den Ihr mir zu meinen Gedanken dazu geben wollt?  (Unten hat’s nen Link zur Kommentarbox. ;)

 RUMTREIBUNG
Von dem was ich bisher gesehen, erlebt, gelernt habe ich Seoul eine grossartige Stadt. Als Tourist unheimlich angenehm. Es braucht nicht viel, dass man sich gut zurecht findet. Die U-Bahn funktioniert wie überall. Wobei die Gleise mit Glas vom Bahnsteig getrennt sind. So ist das Warten nicht mit stickiger Luft verbunden. Auf vielen Bildschirmen wird gezeigt, wie man sich richtig verhält – nicht laut ins Telefon reden, sondern mit Hand vor Handy und Mund, den anderen Fahrgästen Ihre Ruhe lassen. – normal laufen, nicht rennen, um Unfälle zu vermeiden. – auf den Rolltreppen rechts stehen und sich festhalten.  Alles ist bildreich erklärt, so dass selbst wir nicht-koreanisch-Sprechenden den Sinn verstehen. Manchmal wirkt es ein bisschen viel, weil es doch ein bisschen „common sense“ ist, was sie da erklären. Aber es scheint zu wirken. U-Bahn fahren ist unheimlich angenehm. Ausserdem zeigen die Bildschirme, wo die Bahn grad ist. Ergo kann man abschätzen, wie lange man noch warten muss.
Die U-Bahn Stationen haben bis zu zwölf Ausgänge. Diese sind nummeriert und überall hängen Pläne, die aufzeigen, welcher Ausgang wohin führt, so dass man unten bestens dafür sorgen kann, dass man an der richtigen Ecke raus kommt. 

In der Werbung wird gezeigt, dass man Touristen, die verloren wirken, helfen soll. Auch wieder mit vielen bildlichen Erklärungen. Das funktioniert auch. Wir standen ein paar Mal halb verloren über unserer Karte und jedes Mal ging es nicht lang und jemand fragte, ob man uns helfen könne. Das ist vor allem insofern praktisch, dass man dann von jemand angesprochen wird der Englisch spricht. Das ist hier nämlich nicht so verbreitet. Es gibt viele die nur ein paar Wörter drauf haben und sich dann nicht trauen, richtig zu antworten.
Südkorea hat ausserdem ein Programm „2010-2012“, dass die Förderung des Tourismus im Sinn hat. Es ist so aufgezogen, dass dadurch auch recht viele youtube Videos erstellt wurden, die einem die Koreaner an sich, ihre Schrift, das Land, Seoul, etc erklären und/oder aufzeigen, was wichtig oder sehenswert ist.
Den Gangnam stlye kennt ihr inzwischen sicher alle, der Song war anscheinend auf Platz 1 in den schweizer Charts. Wir haben ihn quasi live gesehen -> geht doch mal auf Danis Blog. Er hat das Video hochgeladen ;)  (http://www.bruce-bruttel.blogspot.com/2012/10/first-impressions.html).
Zwischendurch waren wir beim Seoul History Museum. Anfangs vor allem cool, weil es vollkommen kostenlos ist. Später dann vor allem beeindruckend durch seine MiniaturVersion von Seoul. Wobei die Stadt selbst in dieser kleinen Variante mehr Platz einnimmt als zweimal meine Wohnung hätte beherbergen können.



Vor dem Museum gab es noch eine Überraschung für mich. Ein Freund meiner Kindheit stand da. Einfach so. Klar. Es muss ein Zwilling sein.. Kennt ihr den HammerMan aus Basel? Sein Ebenbild ist in Seoul zu finden. Mensch hab ich mich gefreut. (kleine Challenge: wo in Basel ist er zu finden? Wer es zuerst weiss, bekommt ne Postkarte!)





Am Wochenende waren wir dann noch mit unseren, inzwischen zwei, Freunden in einem alten, nachgebauten Dorf. An sich nicht so besonders spannend. ABER: Sie hatten im 16Jahrhundert (oder so) schon ne ziemlich coole Bodenheizung. Da es in Korea im Winter richtig kalt wird (so mit Schnee und so), eine echt gute Idee. Die Zimmer waren allgemein etwas erhöht, so konnte man an einer Seite eine Ausbuchtung für ein kleines Feuer basteln. Rauch und Wärme zogen dann unter dem Zimmer durch und wurden auf der anderen Seite durch einen Kamin nach aussen befördert.. Für damalige Verhältnisse eine grossartige Erfindung, finde ich.
Im Dorf selbst konnte man ausserdem einer traditionelle Hochzeit beiwohnen und – das Highlight – ein „Taekwondo Concert“ besuchen.


Am Ende des „Konzerts“ wurden alle foreigners auf die Bühne gebeten. Wir haben kurzerhand eine kurze Einführung bekommen und fünf von uns durften auch mal auf so ein Brett einschlagen. Coole Sache das! J

Ich hätte noch viel zu erzählen.. Von den Sportgeräten, die überall, für alle aufgebaut sind, vom öffentlichen AerobicKurs am Fluss unter einer Brücke, vom LaternenFestival und den Massen von Leuten, die dort die Massen von tollen Laternen bewunderten, vom Funkturm und der Völkerwanderung an jedem Wochenende,  vom buddhistischen Tempel,… aber ich lass es nun einmal gut sein, denn wir sind bereits in Manila und auch von dieser Stadt gibt es einiges zu berichten.

Bis in bälde also!

Donnerstag, 25. Oktober 2012

"Schlaflos" in seoul



Die letzten Monate haben wir auf die Frage wohin wir denn jetzt weiter reisen immer mit Asien geantwortet. Irgendwann wurde unsere Angabe genauer mit „erstmal nach Bangkok“. Eine Woche vor unserem geplanten Abflugsdatum, bekamen wir überraschend eine Einladung nach Seoul. Da man Bangkok auch mal in einem zwei Wochen Urlaub machen kann, es in Seoul bald kalt wird (bis -20°C), wir ja sehr spontan sind und auch 5 Tage vor Abflugtermin noch keinen Flug gebucht hatten, haben wir eben schnell unsere Pläne geändert.
Natürlich haben wir uns in den Tagen zwischen Buchung und Abflug noch bestens über Einreisebestimmungen, Besonderheiten des Landes, Sehenswürdigkeiten und was man da so machen kann informiert. Genauso, wie unser Gepäck fertig gepackt schon Tage vorher im Zimmer auf den grossen Tag wartete… :D  .. NIIIIIIIIIIIICHT !!!!
Gepackt haben wir eine Stunde, bevor wir auf den Zug in Richtung Frankfurt mussten. Nach dem Packen blieb sogar noch Zeit, um unser Liegestütz Programm zu machen. In Frankfurt beim Einchecken hiess es dann, dass ohne Visum und ohne Rückflug nicht sicher sei, ob sie uns mitnehmen könnten.. Der Mensch am Schalter hat dann eben mal mit Mr. Zuständig telefoniert. Mit dem Ergebnis: „Also, wir nehmen Euch mit, aber ich kann Euch nicht versprechen, dass die Euch dann dort reinlassen.“ .. Na von uns aus. Zur Not buchen wir eben dort dann einen Rück- oder Weiterflug. Ausserdem haben wir jede Menge Bargeld dabei. Also was soll’s.
Nun die Frage ans Publikum: Sind wir komisch?
20 Stunden später in Korea am Incheon Flughafen.  Passkontrolle. Die Arrival-Zettel haben wir entsprechend unserem in Afrika gelerntem ausgefüllt: Adresse im Land: Ein bekanntes Hotel; Warum wir kommen: Urlaub, Visit, Touri; Wie lange wir bleiben: 28 Tage (knapp ein Monat, die kürzesten Visas gelten meist 30 Tage)..
Bevor wir einzeln zum Zöllner gehen, gleichen wir nochmal eben ab, ob unsere Angaben identisch sind.
Dem Zöllner alles entgegenstrecken (unafugefordert). Warten. Fingerabdrücke abgeben (elektronisches Gerät, bestimmt regelmässig desinfiziert). In die Kamera lächeln. Fertig, der nächste. Gleiches Spiel beim nächsten. In Äthiopien haben sie mir mehr Fragen gestellt. Und dort HATTE ich bei der Einreise bereits ein Visum…
Gepäck eingesammelt, Bushaltestelle rausgesucht, Geld besorgt, Kippen gekauft (Luckies 2,50 $). Draussen beim rauchen dann viele „sorry, do you have a lighter?“. Uns wurden nicht mal die Feuerzeuge weggenommen. :) ! …

Cooles Flugzeug
In Dubai checkten wir für unseren Anschlussflug ein. Im Wartebereich vor dem Boarding waren wir ein bisschen verwirrt.. Die wollen ALLE in EIN Flugzeug?! ...

Ja, wollten sie! und zwar in das da:

DOPPELDECKERGEILOMAT! Neustes Zeug. Die Sitze etwas breiter. Der Fussraum etwas länger. Der Sercive gut und die Entertainment Systeme der absolute Hammer. Da kann man während des Fluges grad noch per Game die Zahlen in der Ziellandsprache lernen. Oder in zwanzig anderen. Nur zum Schlafen kommt man kaum - viel zu viele gute Filme, Serien und sonstiges. 


Erste Eindrücke hier
Die meisten Ampeln hier haben eine Sekundenanzeige, die Rückwärts läuft, sobald es grün ist. Damit man weiss, wie viel Zeit man noch zum überqueren hat. Gefiel mir auf Anhieb sehr. Bis ich während der Busfahrt bemerkte, dass die Autos teilweise losfahren, wenn der Überquerungspulk seiner Bestimmung gefolgt ist. Wenn ich also bei einer bereits grünen Ampel ankomme, der Pulk aber schon weg ist, werde ich wohl lieber auf die Rotphase warten und erst beim nächsten Grün rüber gehen.
Als wir rauchend vor dem Flughafen standen, sahen wir direkt den Busticket Schalter. Das Ticket bekamen wir mit den Worten „in 3 and a half minutes, terminal 12A“. Es fahren alle paar Sekunden Busse in alle möglichen Richtungen ab. Dafür ist der Flughafen 30km von der Stadt entfernt. Aber das System funktioniert. Grossartig!

Unsere Handys funktionieren nicht. Trotzdem haben wir unseren Freund hier gleich gefunden und uns direkt auf ein Bier in eine der vielen Kneipen begeben. Gefrorene Gläser die einem erst mal fast aus der Hand rutschen. Dafür aber auch Donnerstag abends um Neun noch jede Menge Leute „auf der Gasse“. Drinnen ein paar Dart Spieler. Aber an normalen Scheiben. Also diese alten Pressplatten, die mancher von uns im Kinderzimmer hatte. So richtig mit spitzen, gefährlichen Pfeilen. Die Ergebnisse muss man also von Hand auf eine Tafel schreiben und wenn einer gewinnt kommt weder Sound- noch Lichteffekt.
Alle paar Meter gibt es in unserem Quartier einen 24/7 Laden. Mit Mikrowelle, Kaffeeautomat und oft noch ein paar Tischen vor der Tür. Man kann also jederzeit dort rein marschieren, ein Fertiggericht kaufen, es vor Ort in die Mikrowelle schmeissen, vor der Tür hinhocken und es direkt verspeisen. Coole Idee! Unserem Kollegen zufolge wird das auch viel gemacht und so wird der Mitternachtsimbiss zum gathering.

Zum Abschluss noch eben die Aussicht von unserem vorübergehenden Domizil.



Bis in bälde mit mehr Einblicken von Seoul!

Samstag, 19. Mai 2012

es grünt so grün

Inzwischen hat es sich rumgesprochen. Ja, wir sind mal eben wieder auf Besuch. Aber keine Sorge wir gehen auch wieder ;) Allerdings geniessen wir jetzt erstmal eben ein bisschen Sonne und Leute und Stadt und bekannt und normal und überhaupt. Wunderprächtig ist es wieder hier zu sein und so viele tolle Leute zu treffen, die mir unterwegs doch des öfteren ein wenig (arg) fehlten. :)

Meine alte Nummer ist auch wieder aktiv und ich freu mich über Cafe Anfragen und Hallo-SMS ;)

Grüsse diesmal aus der Heimat ;)

Samstag, 28. April 2012

Mittwoch, 25. April 2012

Mädchen sein – Frau sein


Was lernt man eigentlich, wenn man auf Reisen ist?
Sicher lernt jeder etwas anderes, aber zumindest lernt doch ein jeder etwas über sich selbst, sein Selbst und vor allem sein Inneres.
Inzwischen bin ich siebenundzwanzig, diplomiert und erwachsen. Doch habe ich das Bild im Spiegel, daheim oder in Hotelzimmern, nie als Frau zu titulieren vermocht. Noch immer denke ich bei ihrem Anblick mehr an ein Mädchen, eine Jugendliche. Manchmal überrasche ich mich damit, dass ich sie bewusst als Frau tituliere. Dann sehe ich sie mit ganz anderen Augen. Sie sieht dann aber trotzdem genau gleich aus. Ist es nicht komisch, dass ich es nicht schaffe prinzipiell als ‚Frau‘ von mir zu denken? Immerhin gelte ich seit knapp 10 Jahren als erwachsen, bin wahlberechtigt und darf Alkohol trinken, bis ich es kaum mehr schaffe nach Hause zu laufen. Aber wenn man zwei Drittel seines bisherigen Lebens als Mädel angesprochen wurde und andere über sich selbst als Jugendliche hat reden hören, ist es eben doch schwierig mal eben, ab dem achtzehnten Geburtstag ein anderes Wort zu gebrauchen. Aber erwachsen werden fand ich sowieso immer doof. Deshalb habe ich damals auch Pipi Langstrumpf nachgemacht. Die Szene, in der sie mit ihren Freunden kleine Pillen nimmt und dazu die Beschwörungsformel „Liebe kleine Cumulus, lass uns niemals werden gruss“ aufsagt. Das habe ich mit allem Möglichen probiert. Kichererbsen. Bohnen. Linsen. Alles was Kind in der Küche halt so findet und was ähnlich klein ist, wie die Dinger, die Pipi da aus ihrer Küche holte.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass eines meiner Küchen-Findungen gewirkt hat. Manchmal finde ich, kann ich die Frau im Spiegel nicht Frau nennen. Manchmal finde ich, dass Erwachsene echt komisch sind. Überhaupt. Erwachsen sein macht doch überhaupt keinen Spass. Man soll nicht spielen, soll keinen Blödsinn machen, alles was man tut soll Sinn machen, sinnvoll sein, auf ein Ziel abzielen. Wo bleibt denn da der Spass? Wo die Momente, die man einfach geniesst, ohne an den nächsten zu denken? Wieso soll ich nicht ab und an Dinge machen, die mir einfach gerade in den Sinn kommen. Gänzlich ohne Sinn zwar, aber doch mit dem Ergebnis, dass ich grinsend am Esstisch sitze (und alle erwachsenen um mich herum verwirrt aus der Wäsche schauen, worüber ich dann noch mehr grinsen kann). Mir ist, dank meiner Lebenserfahrung inzwischen natürlich bewusst, dass es Momente gibt, in denen das nicht angemessen ist. Auf privater, vor allem aber auf beruflicher Ebene. Und ihr dürft mir glauben, dass ich das zumeist auch differenzieren kann. Aber selbst auf beruflicher Ebene gibt es Ecken und Nischen im alltäglichen Leben, die etwas Blödsinn durchaus vertragen können. Ja, die den Alltag sogar viel ertragbarer machen. Zuweilen sogar spassig und schön. Und wenn ich zwischen all dem Ernst etwas Spass machen kann, fällt es mir auch nicht mehr schwer zwischendrin das Leben Ernst zu nehmen. Aber bitte wirklich nur zwischendrin. Der grösste Teil, so bitte ich, soll doch bitte ohne Sinn genossen werden dürfen. Ernst sein ist meiner Ansicht nach nämlich letzten Endes doch nicht alles. Und ja, ich werde, auch im beruflichen Umfeld, gerne jünger geschätzt als ich es bin. Daran habe ich mich inzwischen gewöhnt. Ab und an werde ich sogar fast zehn Jahre jünger geschätzt. Als wäre ich kurz nach meinem Achtzehnten. Also kann ich mir ja auch noch zehn Jahre Zeit lassen mit all den Überlegungen, ob nun Frau oder Jugendliche oder Mädchen.
Also kann ich dieses ganze Gegrübel darüber, ob ich jetzt gelernt habe, mich selbst als Frau zu sehen und darüber was man nun auf Reisen im allgemeinen lernt und wie erwachsen ich eigentlich bin und was das denn für Sinn macht lassen - und spielen gehen.

Sonntag, 22. April 2012

habe gerade zeit...

...und dachte ich bring mal so ein paar Informationen, dass Ihr besser "mitfühlen" könnt:

- es ist etwas über 20 Grad warm, aber hier ist gerade die kleine Regenzeit und somit gibt es jeden Tag zwei oder drei Stunden Regen. Wenn man Glück hat, fallen die auf die Abendstunden. Da es hier um 6 bereits Dunkel wird (und das enorm schnell), stört einen der Regen dann auch nicht, da man sich sowieso drinnen aufhält.

- ich hatte ganz vergessen zu erzählen: am lake turkana fanden wir versteinerte Bäume. das ist mal ein komischer Anblick! EIndeutig grosse Exemplare, die scheinbar umgefallen und dabei zerbrochen sind. Also liegen überall so riesen Stamm-Stücke, die bei genauerer Betrachtung aber Steine sind... hö?!! .. !

- gestern gabs fondue. und heute ist mir schlecht

- Danis Blog ist nun auch verlinkt (sagte ich das bereits?) oben rechts findet ihr einen link, der Euch direkt zu ihm leitet. Aber nur was für solche, die auch mal etwas Englisch lesen möchten.. ;)

Happy Sunday!