Überblick

Sich zu entscheiden zu gehen, ist eine komische Sache. Irgendwie habe ich mich nicht für oder gegen eine Weltreise entschieden - sondern viel mehr gegen die Angst vor dem Loslassen.
Um mal eben die Nebensächlichkeiten zu erzählen, die ja für Aussenstehende oft das Wichtigere darstellen:

Am 11.12. verlasse ich meine Heimatstadt, jene in der ich nun 26 Jahre verbracht habe, der ich nie länger als zwei Monate den Rücken kehrte. Die ich hasste und liebte und ohne die ich nicht das wär was ich bin. Und wie das Leben eben so mit einem spielt, dachte ich lange Zeit, dass ich doch mal "raus" müsste. Man muss doch mal woanders gelebt haben, um zu Wissen wo man hin will. Ich bin hier aufgewachsen, habe hier mein Abi und mein Studium gemacht und meine erste eigene Wohnung bezogen. Geliebt, gelitten, gefeiert und so weiter. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich merkte, dass ich einfach unheimlich gerne hier lebe. Dass ich nicht das Bedürfnis habe hier weg zu gehen. Anfangs waren da Zweifel, woher dieser Gedanke denn jetzt kommt - und ob er richtig ist. Seit einem Jahr bin ich nun soweit, dass ich den Gedanken akzeptiert habe. Mich hier wohl fühle. Und gar nicht weg wollte... Und dann kommt da so Einer.. Und auf einmal geht man doch.
Am 12.12. werde ich in Addis Abeba, Äthiopien landen. Am Flughafen wird mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit ein grosser weisser Typ stehen, zwischen all den nicht-weissen.
Wir werden dann einige Zeit in Addis bleiben. Wie lange ist nicht klar. Was wir da alles genau machen und anschauen werden, weiss ich auch nicht. Da mache ich mir auch gar keine Gedanken drum. Ganz ehrlich: meine Zeitrechnung endet gerade mit dem grossen weissen Mann, der mich abholt. Über alles, was danach kommt, mache ich mir keine Gedanken. Aus der einfachen Überlegung heraus, dass ich zum einen kaum weiss, was mich da erwartet; zum zweiten der grosse weisse Mann genügend über Land und Leute weiss, um (zumindest Anfangs) die Führung zu übernehmen (übernehmen zu dürfen); und drittens - ich einfach gerade viel zu viel anderes um die Ohren habe, als dass ich noch hirntechnische Kapazitäten hätte, um über wenn-danns und vielleichts nachdenken zu können.
Was nach Äthiopien kommt, wissen wir übrigens auch noch nicht. Wahrscheinlich werden wir unsere Nasen in den Wind strecken und schauen wo er uns hintreibt..
Der zeitliche Rahmen lässt sich gut mit einem Zitat beschreiben. Kennt ihr Broilers? Die singen in einem Lied "Der Himmel ist das Limit, oder das Portemonnaie" (schreibt man das so?) ..
Eventuell, wahrscheinlich sind wir so ein bis drei Jahre unterwegs. Aber das sehen wir dann. Was DANN ist, weiss ich auch noch nicht. Aus der gleichen Überlegung raus, die ich schon oben erklärte. Wer weiss schon was in dieser, doch sehr langen, Zeit alles passiert. Wer weiss in welcher Verfassung ich zurück komme. Vielleicht finde ich ja unterwegs meine Berufung?

Kommentare:

  1. und woher sollte ich das wissen? ausserdem bist du IM VERGLEICH sicher immer noch total weiss! ;-P

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  2. Skypelink hierhin gefunden (und Alessandro hat mich auch schon informiert) ;-)...

    Find ich den Hammer dass du das tust! Ich wünsch dir eine mega tolle Reise & viele tolle Erlebnisse und Erfahrungen! :-)

    Grüessli
    Andrea

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